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Fortsetzung...
 
 
 
3 Tage lang musste nun gestocht werden - rund um die Uhr. Dabei hatte jedes Familienmitglied seine Aufgabe. Stochen hieß: Feuer machen im Ofen. Darum gab es an den Seiten diverse Feuerlöcher, die in einem stetigen Rhythmus - ganz früher mit Holz, später auch mit Kohle - gefüttert wurden. Und damit alles immer gleichzeitig und mit gleichmäßiger Flamme brannte, gab es einen Feuerwächter. Diese verantwortungsvolle Aufgabe hatte der Großvater inne. 
 
Der saß bei den Letscherts über dem Ofen auf einem Podest, schmauchte sein Pfeifchen und rief von Zeit zu Zeit: Ein Ärmchen unten links - oder Mitte rechts ... etc. Dann musste derjenige, der dieses Feuerloch bediente, sich ganz schön sputen und kräftig Brennmaterial nachlegen. Denn es hing viel davon ab, ob der Ofen gleichmäßig brannte, und somit die Ware gleichmäßig gebacken wurde. Hatte der Ofen dann so um die 1300° erreicht, wurde eine kräftige Portion Salz ins Innere gebracht. Nach etwa 50 Stunden hieß es Runterstochen (weniger Brennmaterial in größeren Abständen), bis die Feuer dann irgendwann ausgingen. Das war wichtig, weil sonst die Ware im Ofen wegen zu plötzlicher Abkühlung gerissen wäre. 1 Woche musste die Familie auf endgültige Abkühlung warten, bis sie endlich wusste, ob das Kor-Pöttchen (ein kleiner Krug direkt hinter der Schlondes-Mauer, den man während des Brandes vorsichtig herausholte) repräsentativ gebacken war.

 
Und dann kam der große Augenblick - die Mauer wurde eingerissen. Ein Blick ins Innere des Ofens, und die Familie wusste, ob die Ware verkäuflich war oder nicht! In der Letschert´schen Tradition hieß das: Braun mussten die Töpfe und Krüge sein, braun in all den warmen Herbst- und Erdfarben, und mit einer dicken Salzglasur bedeckt.
 
In dieser Tradition steht der heutige Eigner Peter Letschert. Auch er hatte in den 70ern so angefangen, mit dem gleichen Ofen, wie seine Vorfahren. Ofen, Westerwälder Ton und Salz sind geblieben - doch seit den 80ern wird mit Gas gebrannt, da niemand mehr 50 Stunden und mehr am Stück die Feuerstellen bedienen kann und will. Dass die Tonverarbeitung im Kannenbäckerland schon seit vielen Jahrhunderten Tradition hat, ist bekannt und auch durch archäologische Funde nachgewiesen. 

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