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Der Schlondes
 
Ein Name, der Sinn macht
 
Die Töpferei der Familie Letschert existiert bereits seit dem Jahr 1600 in Ransbach-Baumbach. Den Namen "Der Schlondes" hat sie erst vom heutigen Inhaber Peter Letschert erhalten, der den traditionsreichen Betrieb 1976 von seinem Vater übernommen hatte. Inzwischen ist die aus dem Westerwälder Dialekt stammende Bezeichnung für eine der ältesten Töpfereien im Kannenbäcker Land längst zu einem Markenzeichen mit hohem Bekanntheitsgrad in der Region und darüber hinaus geworden.
 
"Schlondes" bedeutet Schlund und bezeichnet das Herzstück jeder Töpferei - den Eingang und Vorraum des Kannenofens. Das Peter Letschert diesen Namen wählte, hat gute Gründe: Hier entschied es sich, ob die Arbeit von Wochen gelungen und damit das Überleben der Familie gesichert war. Und hier im Raum, wo man am Abend nach getaner Arbeit gemütlich zusammensaß und über Gott und die Welt redete, wurden die alten Geschichten von einer Generation an die nächste weitergegeben. Solange sich die Menschen noch in den Schlondesen trafen, geriet die mündliche Überlieferung des Erzählgutes nicht in Gefahr.

 
Arbeit und Freizeit waren eben in jener Zeit noch nicht so stark getrennt wie heutzutage. Im Vordergrund stand natürlich schwere die schwere Arbeit, die mit dem alles entscheidenden drei Tage dauerndem Brand ihren Abschluss fand. Wochenlang war die Ware aus Ton geformt, gedreht, gewirkt, geritzt, bemalt und gehenkelt worden.
 
Nun saß sie also auf Wälzchen (in Sand gewälzte Tonrollen, in die die Krüge und Töpfe kopfüber gedrückt wurden, damit sie halt bekamen - übrigens: auf vielen der antiken Krüge findet man heute noch die Abdruckstellen jener Wälzchen!) in dem mit Rundbogen dick gemauerten Innenraum des Kannenofens. Der Eingang wurde zugemauert, mit Mörtel verschmiert - und mit Gottes Segen für einen guten Brand erbeten mit einem dicken eingeritzten Kreuz.

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